TIMAIOS

eine elementare Bewegung

2025

für Mezzosopran, Countertenor und Violoncello 

12'

Hard Facts

Auftragswerk – Barockfestival St. Pölten 2025

 

Premiere – 19. Juni 2025, KUNST/ WERK St. Pölten

Komponistin & Mezzosopran: Tanja Elisa Glinsner
Countertenor: Alois Mühlbacher
Violoncello: Maria Frodl
Mit Werken von: Andreas Werner
Raumgestaltung: Stanislaus Stieber, Benedikt Lechner
Edition: Peter Kogler

“Vier Wurzeln alles dessen, was ist: leuchtendes Feuer, Wasser und Erde und Nacht, der große
Himmelsumfang. Freundlich mischen sich diese Kräfte zusammen und trennen sich wieder in
unendlichem Kreislauf, stets wechselnd und sich vermengend.“ (Empedokles, Fragment)

Im Dialog “Timaios” schildert Platon, wie die Elemente als fundamentale Prinzipien die Struktur
des Universums bilden und sie wiederum auf geometrische Formen, die sogenannten platonischen
Körper, zurückführt:
Der Würfel symbolisiert die Erde, das Ikosaeder das Wasser, das Oktaeder die Luft und der
Tetraeder das Feuer. Platon argumentiert, dass diese Elemente durch ihre geometrischen Formen
ineinander umwandelbar sind, sodass die materielle Welt in einem von einem göttlichen Schöpfer
geordneten Kosmos bestehen kann.

Glinsner ließ sich für ihr neues vom Barockfestival St. Pölten in Auftrag gegebenes Werk “TIMAIOS” von ebenjenem Dialog von Platon inspirieren. Hierbei sollen die geometrischen Formen in kompositorisch-formale Komponenten des Werkes Eingang finden. Der jeweilige “Affekt” der einzelnen Sätze orientierte sich an – der Thematik gemäß – ausgewählten Gemälden des österreichischen Malers Andreas Werner.

„Inmitten der elementaren Kräfte – die nach unsichtbaren Regeln zu funktionieren scheinen – sucht
der Mensch verzweifelt nach Balance: damals, wie heute. Und ebendieser Suche nach innerer so wie äußerer Balance möchte ich in Timaios nachspüren“, fasst Komponistin und Mezzosopranistin Tanja Elisa Glinsner zusammen.