„Läuft mein Hirn so viele leere Kreise...“
nach dem Gedicht "Angst" von I. Lacour-Torrup für Großes Ensemble (und Sprecher*in aus dem Publikumssaal)
2021
(Fl/ Klar/ Hrn (F)/ Hrf/ Klav. (m. Präp.), Schlgw./ 2 Vio/ Vla/ Vc / Kb, Sprecher*in aus dem Saal )
ca. 16'
Hard Facts
- Auftragswerk – Ensemble xxj. Jahrhundert
- Premiere – 05.11.21, Wiener Konzerthaus (Mozart-Saal)
– im Rahmen des Festivals WIEN MODERN – zur Feier des 50-jährigen Bestehens des ensembles xxj. jahrhundert;
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- ensemble xxj. jahrhundert
- Dirigent & musikalischer Leiter: Peter Burwik
- Sprecherin – Tanja Elisa Glinsner
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- Die Premiere wurde von Ö1 übertragen und aufgezeichnet.
- 22. Nov. 2021/: „Neues für das exxj bei Wien Modern: Lyrik inspiriert Instrumentalmusik: Novitäten von Johannes M. Staud und Tanja E. Glinsner mit dem ensemble xx. jahrhundert unter Peter Burwik“ (Walter Weidringer)
- 68. International Rostrum of Composers– recomended works (u 30):
- Ausstrahlung u.a. auf RTHK (Radio Television Hong Kong), rbb24, Radio Rai 3 (IT), Radio Unam (Mexik. Rundfunk) und NPO Radio4 (NL)
- Ö1, 4. Juli 2022: „Rostrum of Composers – Internationaler Erfolg für Ö1 Aufnahmen: Tanja Elisa Glinsner und Lorenzo Troiani in der Empfehlungsliste des 68. International Rostrum of Composers“ (Rainer Elstner)
- Ausstrahlung u.a. auf RTHK (Radio Television Hong Kong), rbb24, Radio Rai 3 (IT), Radio Unam (Mexik. Rundfunk) und NPO Radio4 (NL)

Ingeborg Lacour-Torrup
Angst
Läuft mein Hirn so viele leere Kreise
Erdum
Läuft mein Herz so viele leere Wege
Erdum
Laufen viele leere Kreise um mein Hirn
Laufen viele leere Wege um mein Herz
Kreise
Irre
Leer
Und Wege
Viele viele leere Wege
Erdum
Irre
„Läuft mein Hirn so viele leere Kreise“ für für Großes Ensemble (und Sprecher*in aus dem Publikumssaal) basiert auf dem Gedicht „Angst“ (1923) von Ingeborg Lacour-Torrup.
Viele leere Kreise, viele leere Wege – erdum. Ein Gedicht – eine Suche ohne Punkt und Komma.
Im Vordergrund klingen kreisende, suchende, filigrane und nervöse Bewegungen – Kreise und Wege. Der tatsächliche Grund der Suche bzw. das „Wonach“ kann erahnt werden, führt aber ebenfalls in eine leere Tiefe. Es „laufen viele leere Kreise um mein Hirn“ – „es laufen viele leere Wege um mein Herz“: „Herz“ und „Hirn“, „Emotion“ und „Verstand” werden gegenübergestellt – das „leere Suchen“ wird unterbrochen von emotionalen Aus- und Einbrüchen.
Aus den anfänglichen Kreisen werden Wege – leere Wege. Sie verlaufen sich in die Irre – erdum – eine Kulmination im Gefühlschaos. Für Glinsner stellt es eine Ironie dar, dass die in dem Gedicht vermittelte Emotion – die beschriebene Suche – als eine Parallele zum eigentlichen Kompositionsprozess gesehen werden kann: Ein ständiges Suchen – ein ständiger Streit, ein ewiges Zusammenwirken von Verstand und Emotion. Eine Möglichkeit, in die Irre zu führen, oder auch geführt zu werden.
