Scena di Medea
2020
für Streichquintett, Schlagwerkinstrumente und Sprecherin (2. Fassung)
00:16:30
Hard Facts
- Auftragswerk – Universität für Darstellende Kunst Wien (MDW)
- Ausschreibung der Universität für Darstellende Kunst Wien (MDW) in Kooperation mit Nora Romanoff-Schwarzberg
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- Premiere der Originalfassung – 10. März 2020, Wiener Musikverein (Gläserner Saal)
- Medea – Caroline Peters
- Violine I – Jenny Lippl
- Violine II – Susanne Schäffer
- Viola – Nora Romanoff-Schwarzberg
- Violoncello – Gundula Leitner
- Kontrabass – Anna Mittermeier
- Premiere der Originalfassung – 10. März 2020, Wiener Musikverein (Gläserner Saal)
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- Diese ursprünglich geplante Premiere mit Caroline Peters als Medea wurde leider auf Grund von Covid-19 abgesagt (Aufnahme der GP unten).
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- Premiere dieser 3. Fassung (Bearbeitung für Mezzosopran)
- 13. Okt. 2022, 9. PODIUM. festival Mödling 2022
- Premiere dieser 3. Fassung (Bearbeitung für Mezzosopran)
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Sprecherin / Medea – Franziska Hackl
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Violine I – Jenny Lippl
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Violine II – Susanne Schäffer
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Viola – Nora Romanoff-Schwarzberg
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Violoncello – Gundula Leitner
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Kontrabass – Anna Mittermeier
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Dirigentin – Tanja Elisa Glinsner
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- Ausgezeichnet mit dem Kompositionspreis der Ö1 Talentebörse 2020 und dem 3. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb der Franz-Josef- Reinl-Stiftung 2020.

„Scena di Medea“ ist das Ergebnis einer internen Ausschreibung (Juni 2019) eines Kompositionsauftrags der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und der Violistin Nora Romanoff-Schwarzberg.
Textliche Grundlage der Komposition ist Franz Seraphicus Grillparzers Drama „Medea“, dritter Teil der Trilogie „Das goldene Vlies“ aus dem Jahre 1819. Die von der Komponistin erarbeitete Textversion ist eine Collage, in der Themenfelder eine größere gliedernde Rolle spielten als die Chronologie des Dramas: Medeas Herkunft aus der Sphäre des Rituals – Jason als Geliebter und Mörder ihres Bruders – der Fluch des Vaters, in welchem Jason eine Doppelrolle als Auslöser und Vollstrecker einnimmt – und schließlich der an Medea begangene Verrat.
Glinsners Komposition bezieht leidenschaftlich Stellung für diese Frau, die in einer männerdominierten Gesellschaft, grausam zum psychischen Zusammenbruch geführt, im verzweifelten Racheakt den Punkt äußerster Selbstverleugnung erreicht und doch darin zur Handelnden, zur Akteurin wird.
Eine wichtige Inspirationsquelle ist Pier Paolo Pasolinis Verfilmung des Medea-Stoffes, an dessen kraftvoller Darstellung des Rituellen und Archaischen, des Bereichs des Freudschen „Es“, sich die Phantasie der Komponistin entzündet. Der fiktive Zeitpunkt von Glinsners „Scena di Medea“ befindet sich am Ende der eigentlichen Handlung, nach dem Mord Medeas an Kreusa und ihren eigenen Kindern. Die Sprecherin schlüpft hierbei in die Rolle der Medea, und sie beginnt, rückblickend ihr gesamtes Dasein zu
reflektieren und in einem tranceartigen Zustand ihre Vergangenheit neu zu durchleben.
Unter majestätischen Gongschlägen wird Medea in die Szene gerufen. „Die Nacht – die Nacht bricht ein!“ – Die Worte werden begleitet von anklagenden Stimmen aus dem Geisterreich.
Die Gesellschaft verdammt Medea.