„…wie eine wissenschaftsburg…“

ein Klangbild nach Textfragmenten von Walter Pilar

2021

für Vokalensemble (SSAATTBB) und Schlagwerk (1 Spieler*in)

ca. 15'

Hard Facts

 

  • Auftragswerk – Brucknerhaus Linz & Festival 4020 (Marie-Therese Rudolph, Martin Kerschbaum)

 

    • Premiere – 8.Mai 2022, Brucknerhaus-Linz / Festival 4020
      • Company of Music
      • Dirigent – Jordi Casals Ibanez

 

  • In Dankbarkeit Marie-Therese Rudolph gewidmet.

 

 

“…wie eine wissenschaftsburg…” 

ein Klangbild nach Gedichtfragmenten von Walter Pilar 

für Vokalensemble und Schlagwerk

 

 

Tanja Elisa Glinsners neues Werk “…wie eine wissenschaftsburg…”, ein Klangbild nach Gedichtfragmenten von Walter Pilar für Vokalensemble und Schlagwerk, wurde 2019 durch das festival 4020 in Auftrag gegeben. Es ist das Ergebnis einer intensiven kompositorischen Auseinandersetzung mit Gedichttexten Walter Pilars zur Thematik des „Wassers“.  

Hierbei hat die Komponistin ausgewählte Gedichte fragmentarisch und collageartig zu einer neuen klanglichen „Flussgeschichte“ zusammengefügt, in welcher der Zuhörer die Rolle des Dichters – am Gewässer sitzend – einnimmt: Er lauscht dem Rauschen des Gewässers und sinnt verträumt dem vorbeifließenden Wasser, Gedanken und Emotionen nach… 

 

Rauschen, eine Welle…ein Strom an Wellen, ein Fluss, ein Meer ….Wasser, das sich seinen Weg bahnt – eine mitreißende Flut. In diesen „Strömen – ein Fund“ – ein Fund?  Um welchen Fund es sich bei Walter Pilar handelt, ist nicht klar ausgesprochen – womöglich ist es die „Oöde an das Leitungswasser“, welche zart an der Oberfläche – kaum wahrnehmbar – glitzert.  

 

„Ans Meer“ – verspricht uns das leise Gedicht – doch inmitten der Landschaft: 

„Eine kulisse gegen namenlose naturgewalt:  

Hoch, klar & kalt wie eine wissenschaftsburg,  

die keine duftwärme kennt; nur bilder, lettern, schnitte, ziffern 

in vermessener landschaft, jenem damals 

& nun…“ 

 

Ein gerade surreales Hindernis stellt sich dem Fluss der Gedanken, dem strömenden Wasser in den Weg – „wie eine wissenschaftsburg“ – ohne Erbarmen. Naturgewalt gegen Naturgewalt. 

Schließlich bahnt sich das Gewässer seinen Weg – es fließt einfach „am Gedicht vorbei“ und der Dichter bleibt mit seinen Gedanken zurück – am Gewässer sitzend: 

 „Der seidelblast wird erst übermorgen in süßlichem lila erblühn“…