„Wind, weiße Stimme... “

2019

für Flöte, Klarinette, Horn, Harfe & Violoncello

ca. 4' - 5'

Hard Facts

  • Premiere – 25. Okt. 2019, Neues Rathaus (Wappensaal) / Wien
    • im Rahmen des Preisverleihungskonzerts des 2. Österreichischen Komponistinnenpreises 2019
    • Solistinnen des 1. Österreichischen Frauen Kammerorchesters
      • Flöte – Daniela Lachner
      • Klarinette – Anna Koch
      • Horn – Hiu Yan Choi
      • Harfe – Angela Stummer-Stempkowski
      • Violoncello – Ana Tapalovic
      • Dirigentin – Tanja Elisa Glinsner

 

  • Das Werk wurde mit dem Publikumspreis beim 2. Österreichischen Komponistinnenpreis 2019 und Call of Scores (Orchesterwelt) ausgezeichnet.

 

 

In “Wind, weiße Stimme“, dessen Titel auf das gleichnamige Gedicht von G. Trakl zurückgeht, versuche ich auf die letzte Verszeile “Der kranken Seele verfallener Bogen Schweigen und Kindheit” und den zu Beginn aufkommenden “Wind” näher einzugehen. Zum einen hat mich der „Bogen“, welcher sich über ein jedes ganzes Leben – wie unsichtbar – spannt, interessiert, zum anderen die Bedeutung der Luft und des Atems.

Das Leben baut sich langsam von Atemzug zu Atemzug auf und findet durch jeden Atem, mit dem es wächst, in sich mehr Freiheit und Eigenständigkeit, bleibt aber doch bis zum Letzten, dem einen Element unterworfen, welches das Leben erst ermöglicht: Am Ende gehen wir, wie wir gekommen sind – mit einem Atemzug.

Diesen Bogen von dem ersten bis zum letzten Atemzug beschreibt auch “Wind, weiße Stimme“, weshalb ich meinen Augenmerk darauf gelegt habe, den “einen Charakter”, welcher die Harmonie bestimmt und die Person an sich symbolisiert, mit verschiedenen Arten der Luft bzw. des Windes spielen zu lassen, bis schließlich der Atem am Ende versiegt. Dabei ist das Stück so konstruiert, dass es sich allmählich bis zu einem Kulminationspunkt hin erweitert und daraufhin wieder zusammenzieht – dies soll den Glauben an eine gewisse Tendenz zur „Symmetrie“ des Lebens ( – als Gedankenanstoß kann die Frage: „Wie verhält sich das hohe Alter zur frühen Kindheit?“) darstellen.

Sept. 2019

Tanja Elisa Glinsner